Vita
*14. März 1966, Kassel
Kunstschöpfen seit 1986 aus den Themenkomplexen Märchen, Tod und Labyrinthe.
Arbeit mit unterschiedlichen Materialien, themen-, raum- und situationsbezogen, im weitesten Sinne performativ.
Ausstellungen & Projekte
- 2019 „Solidaritätsausstellung" — Frauenärztinnen im vorderen Westen, Kassel
- 2018 Atelierroute Ostfriesland — Öffnung meines Ateliers in Halbemond
- 2017 „Día de los Muertos" — Kabinettausstellung · Museum für Sepulkralkultur, Kassel
- 2016 „Wundmalereien" — Malerei, kalligraphische Arbeiten · KuK-West, Kassel
- 2015 „Das Blaue vom Himmel herunter und das Grüne vom See hinauf" — kalligraphische Arbeiten · KuK-West, Kassel
- 2013 „Wunschbaum" — Installation kalligraphischer Arbeiten auf Segeln · Platane vor der Friedenskirche, Stadtjubiläum, Kassel
- 2013 „1100 Bilder für Kassel" — Zeichnungen · Aktion zum Stadtjubiläum, Kassel
- 2013 „Schweinekram" — Gemälde, Bauton · Wasserschloss Wülmersen
- 2013 Finalist der Carpet Design Awards — Domotex, Hannover
- 2012 „Teppichgemälde" — Handtufting · Karlshospital, Kurbad Jungborn, Kassel
- 2012 „Fliehende Farben", „Malerei ins Grundlose" — Malerei
- 2011 „Derb und Transparent" — Malerei
- 2011 „Gewebeproben" — kalligrafische Arbeiten
- 2010 „How could" — performative Installation · Pod kamennou žábou, České Budějovice
- 2009 „How could" — Performance · Svaté Anežky České, Český Krumlov
- 2009 „Grüne Portale im Wolkenbruch" — Performance und Installation · KuK-West, Kassel
- 2009 Moldaustipendiatin
- 2008 „Die Unke" — Performance · 68/10, Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden
- 2008 „Madonnen aus Český Krumlov" — Installation · Adventskirche, Kassel
- 2007 „Wunschbaum" — Installation kalligraphischer Arbeiten auf Acryl · Deutsche Eiche, Grebenstein
- 2007 „Homeless" — Performance · Temporary home, Kassel
- 2007 Moldaustipendiatin
- 2005 „Zum Licht" — Installation aus Schafvlies · Rondell an der Schlagd, Museumsnacht, Kassel
- 2001 „Keramische Kalligraphien" — Porzellan, Kupfer · Trigonium, Kassel
- 2000 „Tod im Durchgangszimmer" — Installation aus bis zu 7m langen Kalligraphiebahnen · Südflügel im Kulturbahnhof, Kassel
- 1999 „Labyrinthteppiche" — Handtufting
- 1998 „Sarkophagòs, Fleischfresser" — Kapselbrände, Bildstöcke · Museum für Sepulkralkultur, Kassel
- 1997 „Stroh zu Gold" — Installation aus Strohpapier
- 1997 „Opfertiere — Hys" — Bauton
- 1996 „Walurnen" — Kapselbrände, Porzellan · Fachhochschule Höxter
Wirken
- 2013 Lehrerin
- 2011 Kursleiterin für Taiji und Körperarbeit
- 2006 Lehraufträge / Kursangebote
- 2001 Berufskraftfahrerin für Personenverkehr
Ausbildung
- 1998 Diplom Freie Kunst, Gesamthochschule Kassel
- 1994 Studium Industrie-Design, Gesamthochschule Kassel
- 1988 Technische Zeichnerin für Maschinenbau, Thyssen Henschel, Kassel
- 1985 Abitur, Engelsburg, Kassel
Einführende Worte
[…] Die künstlerischen Arbeiten von Hildebrand wirken ganz direkt durch ihre körperliche und materielle Präsenz vor Ort. Leinwand, Keilrahmen und Farbe oder gebrannter Ton oder Wolle sind hier greifbar nahe, das heißt, sie sind Körper — man könnte auch sagen Plastiken. Aber sie sind nicht nur als Körper anwesend, sondern machen auch körperliches sichtbar, oder beziehen sich zumindest durch ihre Darstellung darauf. […]
Künstlerisches Schaffen, das sich dieser Bilder bedient, bedeutet für die Künstlerin ein sich Erstrecken in den umgebenden Raum. Es ist nicht das für gewöhnlich festgestellte, schöpferische Gebären, das in den Werken eigenständige Wesen darstellt, sondern es ist viel mehr die Ausdehnung der eigenen Oberfläche in den künstlerischen Werkstoffen. […] Die Wollfäden sind flauschig weich. Man könnte in sie eintauchen, seine Finger zwischen den Fäden eindringen lassen, die Schwere des eigenen Körpers in dieser wolkigen Fadenmenge versinken lassen; dann wäre man umgeben von diesen Farben! Farben in diesem Sinne sind kein einseitiges optisches Erlebnis, sondern auch — so paradox es klingen mag — fühlend zu erfahren. […]
Die Oberflächenbeschaffenheit und die Materialität spielen im Werk von Hildebrand eine wichtige Rolle. Da sind nicht nur die Wollfäden und das Weiche der Teppiche, sondern zum Beispiel auch die feucht glänzende Glätte von Keramik-Glasuren und die knisternde Trockenheit von Heu und Stroh früherer Arbeiten. […] Im Werk von Hildebrand gibt es eine große Bereitschaft zum Wagnis. Sie äußert sich zum einen in einer großen Spannbreite, was die Verwendung diverser Techniken und Materialien betrifft, und zum anderen in der Unmittelbarkeit des Gebrauchs. […] Aber auch die Themen, mit denen sich die Künstlerin beschäftigt, sind riskant zu nennen — nicht weil sie eine eigene Sicht auf den weiblichen Körper eröffnen, sondern weil sie diese konkrete Position mit äußerster Energie vortragen. Die Objekte sind in keinster Weise zurückhaltend. […]
— Holger Birkholz — Eröffnungsrede „Magna E. Hildebrand — Malerei und Plastiken"